Zürichsee Langstrecken Cup: Regatta vom 3. September 2011

Dieser wohl letzte richtige Sommertag in diesem Jahr brachte wie erwartet schwache, umlaufende Winde mit sich und der Zürichsee wurde einmal mehr seinem nicht gerade schmeichelhaften Image als Flautenrevier gerecht.

Uns - oder mir persönlich - war es allerdings nicht unrecht, wollte ich doch die neue 3-DL Basis Fock von North ausprobieren, die wir gegen das bisherige Membransegel von Europe testen sollten. Mit diesem ersten Vorsegel stehe ich ein bisschen auf Kriegsfuss. Bei wirklich wenig Druck an der Kreuz ist insbesondere das Losfahren nach einer Wende sehr mühsam und ohne einen gewissen Speed verträgt die schlanke dünne Flosse der Q28 keine seitlichen Kräfte. Somit ist die Gefahr des "Abschmierens" gross.

Der erste Start misslang, das Komitee des YCAu musste abschiessen. Beim zweiten Versuch stand uns eine Onyx im Weg, die da nicht sein sollte. Schliesslich segelten wir uns frei, die Onyx kringelte. Die beiden Hauptkonkurrenten waren einmal mehr schon ein bisschen entwischt, was uns aber nicht sehr beunruhigte, weil wir überzeugt waren, dass das Rennen lange dauern würde.

Wir setzten bald den A1-Gennaker und dümpelten Richtung erste Bahnmarke vor Meilen. Der Wind schlief ganz ein und kam dann neu von der gegenteiligen Seite. Das gab uns die Möglichkeit, uns an die Spitze zu setzen, weil wir uns vorher strategisch richtig platziert hatten - nämlich zwischen unseren beiden Hauptkonkurrenten, mit denen zusammen wir schon bald die Spitze des Feldes bildeten.

Das erste Fass rundeten wir schon mit anständigem Vorsprung und zu meiner Verblüffung konnten wir mit dem Gennaker bei leicht auffrischendem Wind direkt die nächste Bahnmarke anvisieren. Die Q28 überraschte uns einmal mehr mit ihrem Potential. Bald liefen wir mit 6 bis 6.5 kts bei fast keinem Wind.

Die grosse Frage nach der Qualität des neuen Vorsegels sollte sich mit dem Runden der nächsten Bahnmarke klären. Würden wir mit dem neuen Vorsegel bei wieder abflauendem Wind die Chaps mit ihrer riesigen Topgenau auf dem anstehenden Upwind-Kurs in Schach halten können? Auf den ersten Metern war ich nicht so zuversichtlich. Ich musste mich erst wieder auf die Q28 und ihre Eigenschaften bei Ultra Leichtwind einstellen.

Dann zeigte sich aber bald, dass die Verbesserung vom alten zum neuen Segel substantieller Natur ist. Das Beschleunigen nach den Wenden geht jetzt vergleichsweise rassig vonstatten und die mangelnde Höhe, die neben der schlechten Beschleunigung bisher immer das Problem war, hat sich mehr oder weniger erledigt. Das neue Segel scheint ein voller Erfolg. Im weiteren Verlauf der langen Kreuz, war mal die Chaps und dann wieder wir ein bisschen schneller. Alles in allem konnte sie ihren Rückstand auf uns verkleinern, es aber lange dauern würde, falls wir uns keine groben Schnitzer leisten.

Dann schlief der Wind vollständig ein. Jetzt waren wir seltsamerweise sogar wieder eher im Vorteil. Wie erwartet kam schliesslich eine Miniportion Wind aus einer ganz neuen Richtung und wir konnten wieder unseren A1 zücken. Da wir sehr rasch entschieden und hissten, setzten wir uns bis zur nächsten Marke deutlich ab. Eine weitere Kreuz (Anleger, aber voll hoch) stand an. Der Wind frischte für kurze Zeit deutlich auf und das hiess 4 Mann auf den Ausleger. Die Quant machte im Maximum bis 6.5 kts Fahrt bei bester Höhe. Das steuern war ein Kinderspiel. Gerne wären wir so weitergesegelt aber der Wind wollte nicht und es ging nochmals von vorne los mit der Plackerei.

Schliesslich schafften wir die Einlauftonne und rutschten nach weiteren Windlöchern mit einigem Vorsprung ins Ziel. Die Libera C konnte die Chaps sozusagen auf der Ziellinie noch abfangen. Ob das ein Vor- oder Nachteil für unsere Chancen die Jahreswertung, mit der minimalen Anzahl an Rennen, doch noch zu gewinnen, wird sich weisen. Wir haben wieder einiges gelernt über unser Boot und wie erwartet und von Hugh Welbourn prognostiziert, sind zur Entfaltung des Bootspotentials die Eigenschaften und der Schnitt der Segel bei der Quant28 von eminenter Bedeutung.

Gewinnen ist immer nett aber wenn es gute Gründe hierfür gibt und die Formkurve eher steigt als sinkt, ist es besonders befriedigend:-)

Bis bald und hang loose

Michi

Tags: Boats, Quant
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