Schoggi-Cup des SVK: Erstes Rennen des Ruf-Langstreckencups auf dem Zürichsee

 

Kurz: Das Wetter war schrecklich und saukalt. Eine Front jagte die andere und als wir am Startort ankamen gab es Wind satt. Irgendwo fanden wir dann eine Boje, an der wir die Q28 festmachen konnten etc. etc.

Zu allem Überfluss ging der Reisverschluss des Vorsegels (Teil wo man den Schlitten einfädeln muss) kaputt. Mit viel Getüftel kriegte es die Crew grad noch rechtzeitig hin sonst hätten wir gar nicht segeln können. Zum Start hin flaute es dann ein bisschen ab.

Den (Vorwind-)Start gingen wir konservativ an, weil ich nicht schon das Boot beim ersten Rennen riskieren wollte. Ausserdem war uns klar, dass die grosse Menge der Boote auf der kurzen Startlinie ein Tohuwabohu verursachen würden und daher wollten wir uns gemächlich anschliessen, am Ende der Linie bei der Boje halsen und dann die Kiste laufenlassen, um frei zu sein für die weitere Kurswahl. Ausserdem darf man bei uns Geni oder Spi aus Sicherheitsgründen frühestens 1 Minute nach dem Start setzen.
Obwohl wir eigentlich spät dran waren, war das genau das richtige Rezept und rasch waren wir frei und sogar weit vorne. Leider verlor dann die Crew (zum 1. Mal ging überhaupt etwas schief) die Kontrolle über die Tack Leine des Gennakers, der als Resultat kurz vor dem Setzen aus dem Boot gezogen wurde und sich am Foil in Luv verhedderte und auch beschädigt wurden. Ein zweites Mal sah es so aus als könnten wir grad wieder nach Hause gehen. Jan meinte, dass beim Setzen sich das ganze Teil aus seinen Lieken verabschieden könnte. Ich wollte das natürlich nicht riskieren - aber nach Hause wollte ich auch nicht. Wir gingen auf platt vor Wind und zogen den Sack ganz vorsichtig hoch, um die Schäden überhaupt begutachten zu können. Glücklicherweise waren die Risse an einem verhältnismässig unproblematischen Ort und kleiner als befürchtet. Sack dichtnehmen und der Meute hinterher war die Devise. Die hatten in der Zwischenzeit ein paar Böen genutzt und sich verabschiedet. Es war ein fast reiner Vorwind zur ersten Marke und wir machten nicht so viel Boden gut, wie erhofft. Ausserdem fiel bei der Herfahrt der Stander runter und alle Fäden klebten wegen der Nässe. Wir hatten nicht viel Ahnung, woher der scheinbare Wind kam. Ausserdem war in diesem Moment leider nicht mehr genug Wind, um richtig auf den Flügel zu gehen.

Nach dem 1. Fass folgte ein langer Kreuzkurs von Thalwil bis nach Zürich-Tiefenbrunnen. Notabene bei dem Wind, den ich hier nie verstehe. Bise, die mehr oder weniger längs der Seeachse verläuft ? aber eben nur prinzipiell ? es gibt so viele Schraaler und Böenfelder, dass man kaum sagen kann, welche Seite bevorzugt sein würde. Gegen die Wendemarke hin in Zürich wird’s immer schlimmer. Im ersten Teil ging gar nichts. Wir konnten kaum einen Rang gutmachen und der ging nach einer weiteren Wende wieder flöten?.Am Ende der Kreuz gelangen uns dann ? dank Rogers Revierkenntnisse ? die paar guten Schläge, die uns wieder näher an die Spitzengruppe heranbrachten.

Auf dem zweiten Vorwind frischte es soweit auf, dass wir ein paar Surfs auf dem Foil hatten. Es ist jedesmal wieder ein Erlebnis, wie man auf diese Weise auch an grösseren Booten in Luv und Lee vorbei ziehen kann. Hätten die paar Windfelder noch ein bisschen länger durchgehalten ? man hätte die Q28 wohl kaum mehr ausmachen können bei dem regnerisch-trüben Wetter. So oder so lagen wir am Leefass wieder ganz in Führung. Los gings auf die zweite Kreuz und hier legten wir zu Beginn grad ein paar weitere hundert Meter zwischen uns und die Konkurrenz. Aber wie gesagt - wie gewonnen so zeronnen. Im Gegensatz zur ersten Kreuz gelang uns die Annäherung ans Luvfass unter Land sehr viel mehr schlecht als recht - dem nächsten Verfolger dafür sehr gut. Am Heck des nun führenden Bootes gingen wir auf den letzten kurzen Downwind ? ins Ziel. Das war dann eher eine Formsache. Wir schlugen sehr gut und distanzierten unsere Verfolger wieder sehr deutlich (rund 4 Minuten auf vielleicht 2,5 km herausgefahren). Damit machten wir alles klar. Der Grundstein für eine weitere erfolgreiche Saison ist gelegt. Bin mit diesem Resultat recht zufrieden - weil es schwierig war und garstig.

Hang loose

Michi

Tags: Quant, Boats
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