Eric Monnin entdeckt die Quant28 und DSS (12.7.2011)

Gestern abend hatten wir das Vergnügen die Q28 mit Eric Monnin an der Pinne zu segeln. Entgegen allen Vermutungen hatten wir auch an diesem Abend wieder sehr viel Glück mit dem Wetter. Es war am Nachmittag sehr heiss und im Westen braute sich etwas zusammen, von dem man nicht wissen konnte, wie es sich entwickeln würde. Es gab dann ein paar Tropfen und Wind in der Stärke von vielleicht 9 bis max. 13kts aus West. und es war wunderbar warm, sodass man im t-shirt segeln konnte. Die Karibik grüsste kurz herüber.

Eric ging sofort sehr gezielt ans Werk, um alles auszuprobieren, was er sich im Kopf als Test zurechtgelegt hatte. Man muss wissen, dass Eric mich nach einem Vortrag über DSS, den ich im Januar vor 100 Personen hielt, auf die Seite nahm, um mit mir kurz über DSS zu diskutieren. Er verhehlte in diesem Gespräch nicht, dass er die Wirksamkeit des Systems stark anzweifle und grundsätzlich nicht daran glauben würde und Eric ist im Gegensatz zu vielen anderen Skeptikern wohl eher berufen, sich ein Urteil anzumassen.

 Gestern war dann also der Tag der Wahrheit und - um es kurz zu machen - es lief auch diesesmal ab, wie in den Fällen, in denen ein Skeptiker zu überzeugen war. Wir hatten auf der Quant zusammen mit Eric jedenfalls viel Spass und es lief sehr gut, auch wenn wir nur zu viert an Bord waren - eigentlich zu leicht.. In den 2.5 Stunden versuchten wir verschiedene Dinge, Trimm, Sitzposition u.v.m. Auch an diesem Abend ging wieder ein Schäkel auf, diesesmal war es das Fockfall, welches sich beim Geni setzen lösen konnte. Das müssen wir ändern. Sehrwahrscheinlich ist ein Knopf die beste Lösung oder zumindest ist der Schäkel abzutappen. Wir legten das Boot mitten auf dem See auf die Seite so gut es ging, Jan spazierte den Mast hoch, sprang mit dem Fall-Ende in der Hand ins Wasser und schwamm zurück. Wir liessen das Boot wieder hochkommen, das Wasser ablaufen, und weiter gings.

Je länger wir segelten, desto mehr hellte sich die Miene von Eric auf. Es war auch darum interessant, mit Eric auf der Q28 zu segeln, weil er soviele verschiedene Bootstypen kennt, wie kaum ein Zweiter in der Schweiz und natürlich auch Vergleiche zieht. Er meinte, dass ihn dieses Boot ein bisschen an seine Foiler-Moth erinnern würde. Natürlich nicht von der Bedienung, der Lebendigkeit und von den Anforderungen an die Mannschaft her, aber hier wie dort würde man halt spüren, dass in beiden Fällen Foils zum Einsatz kämen.

Interessant war auch, wie rasch Eric sich auf das Boot einstellte und seine Eigenheiten erkannte. Er hakte alles, was reaching und downwind anbetrifft rasch ab, weil es sich zum aktuellen Zeitpunkt und Entwicklungsstand nicht lohnen würde darüber zu diskutieren. Hier sei die Quant allem, was in dieser Grössenordnung und darüber herumfahren würde, so oder so überlegen. End of Story. Wie wir auch schon, versuchten wir uns auch an diesem Abend Klarheit darüber zu verschaffen, wieviele Optionen das System DSS am Wind bieten könnte und ob ein bester Kurs oder unterschiedliche Winkel zum Wind sich in einem brauchbaren VMG äussern würden? Was ist besser, tiefer segeln und eine Art Gleitfahrt suchen oder Höhe drücken, wie die konventionelllen Schwestern der Quant28? Um diese Frage zu beantworten, brauchen wir noch mehr Zeit und es wäre natürlich reizvoll, wenn DSS hier effektiv Wahlmöglichkeiten bieten würde. Beim Spasssegeln (wozu wir das Boot v.a. gebaut haben) sind bei ca. 12kts Wind upwind Kurse mit einem Bootspeed zwischen 10 und 12kts möglich. Auf diesem Kurs geht jedem leidenschaftlichen Segler das Herz auf und man will gar nicht mehr aufhören. Der Zürichsee jedenfalls ist viel zu klein. Das Boot gleitet, zerteilt mit kleinen Schlägen auf den Rumpf die Wellen und segelt dabei wie ein gut ausbalancierter 505 ins Luv. Und vor allem aufrecht. Einfach herrlich, auch wenn vielleicht mit Knüppeln ein besseres VMG resultiert.

Jedenfalls war der Abend im Nu herum und bei einem Bier diskutierten wir noch eine Weile weiter. Mir persönlich hat der Ausflug mit Eric sehr gut gefallen und er hat mir auch einige neue Inputs gegeben. Es kamen aber auch eine Reihe von Aspekten zur Sprache, über die wir auch schon vorher nachgedacht habe.

Hang loose und bis zum nächsten Mal

Michi

Tags: Boats, Quant
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