17. September 2013: Interessantes Youtube-Filmchen zum Thema "Scheinbarer Wind" (apparent Wind)

Interessantes Youtube-Filmchen zum Thema "Scheinbarer Wind" (apparent Wind)

Nicht, dass der scheinbare Wind auf den Quantboats dieselbe Bedeutung haben würde, wie auf den AC72 Katamarane oder anderen schnellen Mehrrümpfer - bei weitem nicht. Trotzdem begegnet man dem Phänomen auch auf unseren Booten bei leichteren Winden.
Was sind die Gründe? Die leichten und sehr widerstandsarm gezeichneten Bootskörper der Quant-Boote segeln sehr rasch über ihrer eigentlichen Rumpfgeschwindigkeit. Sie werden - im Verhältnis zur herrschenden Windgeschwindigkeit - sehr früh so schnell, dass sie sich über den Fahrwind ihren eigenen Wind kreieren (Kombination von wahrem Wind und Fahrtwind > als wahrer Wind alleine). Der Wind mit dem das Boot segelt, wird nicht nur stärker, auch der Wind-einfallswinkel ändert sich erheblich. Die Segel müssen fast in der AmWind-Stellung geschotet werden, obwohl das Boot zum wahren Wind auf einem tiefen räumlichen Kurs segelt. Das vor allem zeigt und erklärt der Film.

Das ist auch der Grund, wieso wir auf der Q28 und der Q30 sogenannte A1 Gennaker verwenden. Diese haben ein fast gerades Vorliek und sind sehr flach. Mit runderen Gennakern - wir haben anfänglich die Erfahrung machen müssen - springt das Boot zwar schnell an und fährt dann aber bald sozusagen in eine Wand aus Luft, weil das tiefe Profil den Abfluss der Luftströmung erschwert und schliesslich verhindert. Bei ganz leichtem Wind nützt selbst starkes abfallen nichts. Die Folge, das Segel fällt schlagartig ein, das Boot stoppt und muss dann wieder angefahren werden.

Runde Segel für leichten und flachere für mehr Wind einzusetzen, stimmt auf unseren Booten kaum mehr. Im Gegenteil: Nimmt der Wind zu, verflacht sich auf unseren Booten der Winkel zwischen apparent und true wind wieder. Der wahre Wind setzt sich bei zunehmender Stärke sozusagen durch, weil unsere Boote kein dermassen hoch angesiedeltes Geschwindigkeitspotential haben, wie die AC-Katamarne bei denen derselbe Effekt auch eintreten würde - einfach bei einer viel höheren tatsächlichen Windgeschwindigkeit.
Ab ca. 17kts kann man auf einer Quant30 durchaus mit einem runderen Vorsegel (A3 Gennaker ungefähr ein Schnitt für Skiffs bei Mittelwind) auf einem direkteren Kurs in die "Tiefe" fahren und dadurch ein gutes VMG erreichen.

Link auf Youtube: Apparent Wind

Tags: Quant, Boats
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